Startschuss für "Berufsschule plus"

Kultusminister
Siegfried Schneider

Kultusminister Schneider gibt Startschuss für "Berufsschule plus" am beruflichen Schulzentrum Vilshofen. Freistaat Bayern eröffnet Auszubildenden aller Ausbildungsberufe neuen Weg, während der Ausbildung zugleich den Fachhochschul-Zugang zu erwerben.

Den Startschuss für das Projekt "Berufsschule plus - BS +" hat heute Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider für die Berufsschulen im Freistaat gegeben.

Mit diesem erhalten ab dem Schuljahr 2008/2009 besonders leistungsbereite und -fähige Auszubildende in allen Ausbildungsberufen ein neues Angebot, mit dem sie sich bereits während der dualen Berufsausbildung auch schulisch weiter qualifizieren können. In drei Jahren können sie neben einem Berufsabschluss auch die Fachhochschulreife erreichen. Das Projekt wird gemeinsam mit der Sitftung Bildungspakt Bayern realisiert und ist zunächst auf vier Jahre befristet. Angeboten wird "Berufsschule plus" zunächst an zehn Standorten.

"Wir eröffnen mit dem Projekt "Berufsschule plus" unseren Auszubildenden einen völlig neuen Weg, sich für das Hochschulstudium zu qualifizieren - und das mit einem deutlichen Zeitgewinn", so der Kultusminister. Die Maßnahme erhöht außerdem die Durchlässigkeit im bayerischen Bildungswesen und den Stellenwert der beruflichen Bildung, der nicht nur in internationalen Untersuchungen häufig verkannt wird.

Die Doppelqualifizierung BS+ wird nur Jugendlichen offen stehen, die

  • eine mindestens 2-jährige betriebliche Erstausbildung absolvieren und die Berufsschule besuchen
  • und über einen mittleren Schulabschluss mit einem Notendurchschnitt von mindestens 
3,5 in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik verfügen
  • oder über die Erlaubnis zum Vorrücken in die Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums verfügen.

Ab dem Schuljahr 2009/2010

  • können auch Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden, die sich zum Beginn des Schuljahres bereits im zweiten Ausbildungsjahr befinden;
  • die eine mindestens zweijährige Berufsfachschule besuchen, die zu einem Berufsabschluss führt.

Die Zustimmung des Ausbildungsbetriebs ist nicht ausdrücklich erforderlich, da im Regelfall keine Freistellung für den Unterricht notwendig ist. Sollten sich mehrere Schülerinnen und Schüler an diesem Angebot beteiligen wollen, so kann die betroffene Schule eine Auswahl nach Eignung und Leistung vornehmen.

Die Auszubildenden besuchen in dem Projekt "Berufsschule plus" Zusatzunterricht außerhalb des regulären Berufsschulunterrichts und außerhalb der Arbeitszeit im Ausbildungsbetrieb. Dieser wird je nach Erfordernissen bzw. Wünschen vor Ort am Abend, am Samstag oder im Anschluss an den regulären Unterricht der Berufsschule stattfinden.

Stundentafel "BS+":


1. Schuljahr

2. Schuljahr

3. Schuljahr

Deutsch

2

1

2

Englisch

1

2

2

Mathematik

2

2

2

Naturwissenschaftlicher Unterricht

--

1

1

Gesellschaftswissenschaftlicher Unterricht

1

--

--

Insgesamt:

6

6

7

Prüfung:
Zusätzlich zum Abschluss einer beruflichen Erstausbildung legen die Schülerinnen und Schüler gegen Ende des dritten Schuljahres die Ergänzungsprüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik ab und können damit eine bundesweit anerkannte Fachhochschulreife erlangen. Die Note im Fach Sozialkunde wird aus dem Abschlusszeugnis der Berufsschule in das Zeugnis der Fachhochschulreife übernommen.

Die Verleihung der Fachhochschulreife ist dabei an zwei Bedingungen geknüpft:

* Die Ergänzungsprüfung muss in allen drei Prüfungsfächern bestanden sein und der BSplus-Unterricht muss erfolgreich absolviert werden. Die Noten im Abschlusszeugnis errechnen sich aus der Jahresfortgangsnote und der Note in der Abschlussprüfung.
* Die Berufsausbildung muss erfolgreich beendet worden sein.


Auszubildende mit einer verkürzten Ausbildungszeit von 2 oder 2,5 Jahren müssen den Zusatzunterricht nach erfolgreicher Berufsabschlussprüfung weiter besuchen, dürfen aber erst nach den vorgesehenen drei Jahren die Ergänzungsprüfung ablegen. 

Die so erworbene Fachhochschulreife berechtigt nach der Vereinbarung über den Erwerb der Fachhochschulreife in beruflichen Bildungsgängen in allen Ländern in der Bundesrepublik Deutschland zum Studium an Fachhochschulen.

Der erste Jahrgang begann 2008. Viel Erfolg!